Betrug im Affiliate Marketing nimmt zu ?
Marcus 25. November 2008
Wie die neueste Ausgabe der Internet World Business (IWB) titelt, soll ja Betrug im Affiliate-Marketing immer weiter zunehmen, teilweise sogar “bis zu 90%” durch Cookie-Spamming, Cookie-Spreading, View-Cookies usw. Diese Meinung vertritt auf jeden Fall Herr B. aus M., Vertreter einer Online-Agentur, die sich offensichtlich eigentlich hauptsächlich früher mit Imagewerbung und TKP-Werbung beschäfigt hat und (leider) weniger mit Affiliate-Marketing.
Wenn man jetzt noch die neuesten Prognosen und Untersuchen des Online-Vermarkter-Kreises (OVK) genauer untersucht, stellt man fest, daß gerade TKP- und Image-Kampagnen deutlich an Umsatzsteigerung verlieren, und Affiliate Marketing dagegen aber deutlich wächst, denn gerade dieser Bereich glänzt dadurch, daß nur Kosten berechnet dürfen, wenn tatsächlich eine Werbeerfolg in Form von Leads oder Sales zustande kommt. Wenn man natürlich keinen Erfolg im Affiliate-Marketing hat, dann sucht man gerne die Schuld bei anderen…
Natürlich muß auch im Affiliate-Marketing eine strenge Kontrolle stattfinden, denn gerade wenn ein Partnerprogramm in mehreren Netzwerken zeitgleich läuft, kann es theoretisch schon vorkommen, daß doppelt Provisionen berechnet werden könnten. In der Praxis dagegen muß der Betreiber eigentlich nur eingreifen, wenn genau dies wirklich vorkommt, und die doppelten erfassten Sales und Leads anhand der übertragenen Bestellnummer stornieren - aber auch dann sind 90% des Traffic garantiert nicht Fake-Traffic, wie Herr B. aus M. behauptet. In der Praxix selbst sind es z.B. bei SuperClix eher 0,01 bis 0,02% der gesamten Leads und Sales.
Zudem ist nun mal in der Praxis wirklich so, daß Käufer nicht immer sofort nach dem Klick kaufen, sondern stattdessen erst mehrere Shops vergleichen und dann erst einkaufen. Genau aus diesem Grund ist es auch so, daß datenschutzkonforme Cookies (sog.P3P-Cookies) eben mind. 90 Tage (wie bei SuperClix) halten müssen, damit genau diese Käuferschicht und dieses Kundenverhalten korrekt und fair getrackt werden kann, es hat also nichts mit Betrug zu tun, sondern schlicht und einfach mit mündigen Kunden, die nicht sofort auf jede Werbung “reinfallen” und sofort kaufen, sondern eben erst bestellen, wenn diese dem Shop vertrauen und dem Artikel zu dem Preis wirklich erwerben wollen.
Letztendlich ist es schade, daß die IWB sich zum Sprachrohr für solche unqualifizierten Artikel macht, und Leser wurden dadurch auch bereits verloren. Eine Bitte an die IWB - bitte zukünftig mehr auf Qualität und weniger auf reißerische Artikel achten - danke !